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1Gelbes Pferd, Grüner BärTextEin gelbes Pferd und ein grüner Bär,
die trafen sich und wollten gerne zusammen bleiben.
Sie hatten sich gern, doch sie waren viel zu verschieden,
um sich richtig zu lieben.
Nach einer Woche begann das Malheur;
das Pferd sagt zum Bär: du mußt zum Frisör!
Doch der Bär wollte seine grüner Mähne behalten.
Sie trennten sich und wollten sich nie wieder sehen –
das kann ich verstehen.
Doch das hielten sie nur zwei Wochen aus und trafen
sich dann wieder in irgendeinem Caféhaus.
Sie beschlossen, es noch mal zu probieren;
sie träumten von `nem Auto und vom Kinderziehn,
und am nächsten Tag zogen sie wieder zusammen.
Refrain:
Gelbes Pferd und grüner Bär,
ihr habt’s sehr schwer,
ihr habt’s sehr schwer, ihr beide!
Nach eineinhalb Jahren waren sich beide sicher,
daß sie wirklich nicht zusammen paßten.
Sie hatten nun ein Auto, ein Kind und ein Haus,
und gingen schon seit ein paar Monaten
nicht mehr zusammen aus.
Der große Krach ließ nicht lange auf sich warten:
Das Pferd schmiß ihn raus, der Bär schlief im Garten.
Und sie schwörten sich, sich endlich zu vergessen
Refrain
Nun lebten beide wieder `ne Zeitlang getrennt,
und jeder dachte, ob wohl der andere an mich denkt?
Das Pferd blieb zu Haus vom Selbstmitleid befallen,
der Bär ging immer aus, um richtig auf die Kacke zu knallen.
Und dann wurde ihm immer mehr klar,
daß die Zeit zusammen doch wunderschön war;
und so zogen die beiden wieder zusammen.
Refrain
Das Ende, das liegt ganz klar auf der Hand,
nur das Pferd und der Bär,
die haben es noch nicht richtig erkannt.
Sie hatten sich noch des öfteren getrennt,
und der Bär hat zwischendurch
mit anderen Miezen gepennt.
Sie sind aufeinander angewiesen,
doch können sie sich eigentlich gar nicht verkniesen....
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2LutschebommelTextAls ich in die Schule kam, im ersten und im zweiten Jahr,
da gab’s ein Feld, da ging ich oft hin, wenn die Schule aus war.
Ein paar alte Bretterbuden – von der Straße schlecht zu sehn –
so viel Platz, sich zu verstecken, wo jetzt zwei Wohnblocks stehn.
Da wohnte der Lutschebommel – ein Kinderschreck.
Er saß auf einer Aschentonne und stocherte im Dreck.
Riesengroß, nach vorn gebeugt, auf einem Auge blind –
für uns war er der Hölle entfleucht, wo solche Teufel sind.
Refrain:
Lutschebommel, Lutschebommel.
Ich würd‘ heut schwören;
Du warst nur halb so schlimm,
wir waren nur dumme Gören!
Wir hatten solche Angst vor ihm, wie vor nichts auf dieser Welt.
Wenn er auf dem Bild erschien, gab jeder Fersengeld.
Und drehte er uns den Rücken zu, wollte seine Wege gehen,
dann folgten wir ihm aus der Ferne und schmissen nach ihm Lehm.
Refrain- 3Flitzel
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4Unten am SeeTextAn der alten Zeche unten am See,
da steht ein ausgedientes Canapee.
Ach, wie gern geh ich mit dir zu meinem Canapee,
an der alten Zeche am See.
Wir beide sitzen da und schauen
einfach nur auf das Wasser, rings um uns die Natur.
Leise klopft der Hammer der Zementfabrik.
Ein paar toten Enten liegen im Schlick.
Siehst du dort die Fischlein auf dem Wasser treiben,
ihre bleichen Bäuche an den Bojen reiben?
Ein Fetzen Schaum streichelt zärtlich eine Dose,
zwischen Plastiktüten schwimmt `ne alte Unterhose.
Wir sitzen da und träumen auf dem Canapee.
Es wird schon langsam dunkel hier unten am See.
Die Sonne gibt dem Wasser einen Abschiedskuß.
Wir sind traurig, weil der See bald sterben muß.
- 5Alles über
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6Wenn ich an der Wupper schnupperText... Wenn ich an der Wupper schnupper,
dann schlägt mein Magen Alarm;
wenn ich am Wasser der Lippe nippe, revoltiert mein Darm.
Als ich einst zum Baden in die Sieg stieg,
da kam ich mit `nem Hausausschlag davon;
kürzlich trank ich ein Glas Wasser aus der Ruhr pur,
zwei Wochen lag ich auf der Intensiv-Station.
Ich steckte mein Bein in den Main rein,
und hatte Knochenfraß bis zum Knie;
bezahlte Killer werfen die Leute in die Iller,
die Opfer sterben gleich an Diphterie.
Ein Malteser holte mich aus der Weser
und brachte mich mit viel Schweiß zurück ins Leben;
doch tauchte ich unter im Moder der Oder – ich sag euch –
würde ich als Engel zum Himmel schweben.
Ich fuhr mit dem Wagen übern Lech weg,
die Dämpfe fraßen mir unterm Arsch das Blech weg;
kerngesund ging ich baden in die Amper,
als ich wieder raus kam, war ich ein Todkranker.
Ich sage: hey, Schatz, bleib weg von den Flüssen,
sonst wirst auch du bald ins Gras beißen müssen...Liedtext anzeigen:
7Runter zum ParkTextWir gehn runter zum Park,
der war mal so stark,
da ist jetzt nur noch Lehm zu sehn.
Da komm’se mit `nem Bagger und `nem Kran
und bauen da `ne Autobahn.
Ich geh runter vor die Tür,
und die reißen mir den ganzen Garten ab.
Da kommen jetzt Villas hin.
Und was zu sagen, hat keinen Sinn.
Wir gehn runter in die Stadt,
da sind wa ganz platt –
die ganzen Häuser sind weg.
Das nennen die Sanieren –
tun da einfach planieren
und bauen da ein Hochhaushin.
- 8Taal
- 9Ein Moment
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10WetterwendeTextIch glaub, wir haben morgen schlechtes Wetter.
Die beßren Tage sind verjährt.
Die Wasserratten hüpfen auf die Bretter.
Die ersten Kapitäne machen kehrt.
Die Bauern beugen sich den ersten Böen.
Die Hamster haben ihre Backen voll.
Die Klapperstörche wolln ins Ausland wehen.
Die Fledermäuse huschen durch den Zoll.
Im Tierpark heulen neue Hunderassen,
und auch die Menschenaffen kreischen sehr.
Gesangsvereine ziern die stillen Straßen.
Ein Richter ölt im Keller sein Gewehr.
Die blinden Tauben gurren ganz neurotisch.
Die Türkenväter hatten mal nen Job.
Die Professoren werden anekdotisch.
Ein Waffenhändler öffnet seinen Shop.
Ein Prokurist zeigt seine Autozähne.
Ein Kindergärtner weicht erschreckt,
versteckt im Kragen seine schöne Mähne,
bevor ein Unauffälliger ihn entdeckt.
Die Demoskopen komm’n wie Kakerlaken
und kaufen deine teure Meinung frei.
In Schultoiletten die gekreuzten Haken –
der Herr Direktor war doch nicht dabei.
Computer tippen lange schwarze Listen.
Dein Telefongespräch ist konserviert.
Juden packen wieder mal die Kisten.
Die Bücherfeuer werden schon geschürt.
Ich glaub, wir haben morgen schlechtes Wetter.
Die beßren Tage sind verjährt.
Die Wettermacher werden fetter.
Wir haben unsre Macher gut genährt.

