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Silber

Erschienen am 1. Januar 1995 · 14 Songs · 51:51
  1. Liedtext anzeigen:
    1Sansibar4:08

    Willkommen an Bord hier alles klar
    wärst du fertig für die Reise nach Sansibar
    sind die Leinen los, wird der Mond dich sehen
    wird ein sehr sehr altes Karussell sich drehen

    die Sonne schien - vor deiner Zeit auf die großen
    Unbekannten der Vergangenheit
    ist Dir klar genug, wie man Wörter wählt
    wenn man Westen trifft, bei denen jedes zählt

    sind die Sinne scharf, bist du aufgeräumt
    oder wach genug wenn der Rest nur träumt
    wirst du wirklich wissen, wer gelandet ist
    wer du vorher warst & wer du vielleicht bist

    du brauchst kein Ticket hier an Deck
    egal, ob Koffer oder Handgepäck
    nimm, was du willst, es geht umsonst
    solange du es auch selber tragen kannst

    willkommen an Bord hier alles klar
    wärst du fertig für ne Reise nach Sansibar
    sind die Leinen los, wird der Mond dich sehen
    wird ein sehr sehr altes Karussell sich drehen

    brauch keinen Besen, der hier fegt
    und keine ZeitGeistZeitung, um zu wissen was die Uhr schlägt.
     

  2. Liedtext anzeigen:
    2Schwafel nicht4:56

    Schwafel nicht rum, es wird ja dadurch nicht besser
    Mach nicht auf lieb und wetz schon heimlich deine Messer
    Wen willst du beruhigen außer dich selbst
    Es wird bitter, wenn du eines Tages feststellst
    Daß du die Bestie bist, die nach Blut schreit
    nicht dein dummer Nachbar, es ist bald an der Zeit
    Wo kein Sado Maso Club mehr deine Gier in den Griff kriegt
    und vergoldet und dir's genügt
    wenn man dir was hinten reinschiebt

    Jeder Skandal, den du ganz heldenhaft aufdeckst
    ist am Ende dein eigener und um einiges schlimmer
    als der, den du dem anhängst, der vielleicht nur versucht hat
    ganz ehrlich zu finden, was er einmal verloren hat
    Zerleg mal dein Kleinhirn und du wirst dich dann fragen
    Was die Eier da treiben und das nicht nur seit Ostern
    Ob das Huhn wohl zuerst war und der Sinn des Lebens
    vielleicht doch nur darin besteht
    Daß man dir alles hinten reinschiebt

    Nenn dich ruhig cool, aber trag deinen Krampf mit Würde
    Du mußt nicht alles begreifen, jeder hat seine Hürde
    Seine Grenzen und Mauern und die sind ja auch nötig
    aber trotz alledem wäre es ja auch möglich
    Kleine Türen und Fenster in die Mauern zu schlagen
    und ab und zu mal einen kleinen oder großen Blick zu wagen
    um zu sehen, was es noch außer Jugend und Schönheit
    und Fortschritt und Kampfgeist auf dieser Welt gibt

    Jetzt hör auf zu jammern, das kann ja keiner ertragen
    Als müßtest du dich mit dem Elend dieser Welt alleine rumplagen
    Als ob deine harten durchtrainierten Schultern alles halten
    Und du einsam und allein an den langen und den kalten
    Wintertagen dasitzt voll von großen Gedanken
    ganz genau weißt, wodran die meisten Dinge hier kranken
    Daß es keinen auf dieser Welt gibt, der dir, dem großen Helden
    alles hinten reinschiebt

  3. Liedtext anzeigen:
    3...und retour (Nur mit dir)3:26

    Der Regen perlt an den Fensterscheiben
    Glaub mir, ich wollte schon lange mal schreiben

    Es kam genau so, wie Janine es nicht wollte
    Ich war stur wie ein Panzer, doch der Rubel rollte
    Ich versprach ihr 6 Wochen in Formentera
    Und fuhr stattdessen nach London mit Vera
    Im letzten Moment der Schlag in den Nacken
    Sonst würd ich noch heute tagtäglich versacken

    Mir dir von hier bis ans Ende der Welt und retour
    und nicht eine Spur von Haß
    Mit dir von hier bis ans Ende der Welt und retour
    Und nicht eine Spur von Haß für das mit Janine und dem Geld

    Zurück in die Heimat bin ich erst mal geschlittert
    Du hast mich gestützt, buchstäblich gefüttert
    Heut muß ich lachen, was für ein Wirrwarr
    Ob's wegen dir, Janine oder mir war
    Es schien so, als wäre im Grund genommen
    Jeder mit jedem auf den Hund gekommen

    Mit dir von hier ...

    Der Regen perlt an den Fensterscheiben
    Glaub mir, ich wollte schon lange mal schreiben
    Wie es Janine und dem Kind geht, wollte ich fragen
    Und irgendwie nachträglich Dankeschön sagen
    Hier hab ich jetzt Ruhe, mehr als mir recht ist
    Die Erinnerung, das perverse Gedächtnis

    Mit dir von hier ...

  4. Liedtext anzeigen:
    4Modern, Modern2:29

    Die Mode, die wechselt. Bedarf wird geweckt.
    Mal mit und mal ohne. Mal frei, mal bedeckt.
    Mal Sex, mal Romantik. Mal mager, mal rund.
    Mal länger, mal kürzer. Mal farbig, mal bunt.

    Mal Kurven, mal Kanten. Ein Kommen und Gehn.
    Man kann sich nicht wehren. Was heute noch schön,
    Ist morgen unmöglich. Es ändert sich schnell
    die Meinung, die Farbe, der Stoff, das Modell.

    In all dem Gerenne, da ist es geschehn:
    Da blieb plötzlich einer konsumwidrig stehn.
    Er blickte verzweifelt und fragte: warum
    rennt der Mensch wie ein Hammel, warum nur, warum?

    Die Herde gab Antwort,
    Ganz offen und frei:
    Man fand ihn dann später
    Zertreten zu Brei.
     

  5. Liedtext anzeigen:
    5Lied von den grinsenden Fischen2:16

    Und der Käpt'n sagt noch, wir haben alles im Griff
    Doch dann war die Sache mit dem Riff und dem Schiff
    Und eh überhaupt jemand etwas begriff
    Ging es schon unter

    Wer Glück hatte und einen alten Balken erwischte
    Konnt noch hoffen, daß man ihn aus der Brühe fischte
    er durfte noch ein bißchen durch die Gegend treiben
    aber auch nicht mehr lange

    Blubb blubb unter geht's
    die Fische haben Spaß
    Sie können ein Grinsen nicht verkneifen
    bei soviel frischem Fraß

    Die Mütze vom Käpt'n treibt noch immer umher
    den Namen von dem Schiff erkennt man fast nicht mehr
    ein paar Möwen ruhen sich ab und zu auf ihr aus
    Ansonsten im Westen nichts Neues

    Blubb blubb unter geht's ...

    Blubb blubb die Fische sind
    in ihrem Element
    Nach langen Hungerjahren
    gibt's für sie ein Happy End

  6. Liedtext anzeigen:
    6Du in Schuld3:30

    Mir geht's gut und du bist Schuld
    Mir platzt kein Kragen, mir fehlt nicht die Geduld
    Ich bin ausgeglichen, das ist dein Verdienst
    Wehe, wehe, wenn du jetzt grinst

    Ich hab keine Probleme und Schuld bist du
    Ich seh alles rosa, mich drückt kein Schuh
    Es ist nicht meine Ar, alles positiv zu sehn
    Doch im Moment find ich alles nur noch schön

    Wenn du jetzt noch zu mir sagst
    daß für dich das auch so wär
    wär das Schwere von vorher
    überhaupt nicht mehr schwer

  7. Liedtext anzeigen:
    7High o pie (How Up Do)3:47

    Auf der Bananenschale, die du weggeworfen hast
    Rutschen andere Leute aus
    Du hast was verpaßt
    Du sitzt im falschen Zug, bloß weißt du's noch nicht
    Am Schluß stehst du da und machst ein dummes Gesicht

    How up ...

    Von gar nix ne Ahnung und zu allem eine Meinung
    Du denkst dir, das wär nur ne Zeiterscheinung
    Laß dir diesen Zahn doch besser einmal ziehen
    Was du redest, ist doch nicht auf deinem Mist gewachsen
    Laß doch die Faxen, du Komiker, du komischer
    Lügenphilharmoniker Seifenopernblasenbläser

    How up ...

    In deiner Birne hinter deiner Stirne
    Ist unter Umständen noch ein Millimeter Platz
    Merk dir den Satz, wenn du kannst
    Wenn du nicht kannst, tut es mir leid
    Um die Zeit, die ich hier vergeud' paß auf

    How up ...

    Noch seid ihr, dein Hund und du, ein Pärchen
    Nur ihr lebt im falschen Märchen
    Eßt zuviel Gummibärchen
    Wenn ihr merkt, wie die kleben
    seid ihr nicht mehr lang am Leben
    Ihr rapt ein bißchen hier, rapt ein bißchen da
    Eure Stiefel stehn in Deutschland, euer Kopf in USA
    Issa bessa wissa Rapper, issa imma gut drauf
    hatta Pappa viel Geld, issa imma gut drauf

    How up ...

  8. Liedtext anzeigen:
    8Eine Schnulze2:53

    Eine Schnulze ist ein Krimi, wenn man sie selber erlebt
    wenn man 15 cm über'm Boden schwebt
    wenn man garnichts mehr im Kopf hat
    außer dem, was gestern abend
    zwischen dir und mir ...

    Wenn man Flügel kriegt und lernt auf einmal zu fliegen
    den Blues und sogar die Schwerkraft zu besiegen
    und alles nur deswegen, weil wir zwei da gestern abend ...

    Aber das ist nur der Anfang dieser schmalzigen Geschichte
    ab morgen hebe ich noch viel schwerere Gewichte
    ein Zentner ist ein Gramm, eine Tonne ist ein Kilo ...

    Im Kino läuft ein Film, den ich immer schon verpaßt hab
    nach all den Jahren fällt für mich diese Last ab
    denn diesen Film hab ich jetzt selber erlebt
    wenn man 15 cm über'm Boden schwebt
    wenn man garnichts mehr im Kopf hat
    außer dem, was gestern abend
    zwischen dir und mir ...

    Aber das ist nicht das Ende dieser schmalzigen Geschichte
    ab morgen schreibe ich noch schönere Gedichte
    ich weiß noch nicht genau, wovon sie handeln
    doch ich weiß, sie werden Arschlöcher in nette Jungs verwandeln ...

    Eine Schnulze ist ein Krimi ...
     

  9. Liedtext anzeigen:
    9Affen in Ruh3:56

    Hallo, hallo, was is'n eigentlich los
    Warum sitzt der Vogel da auf deinem Schoß
    Was machen die Bananen auf dem HiFi-Turm
    Warum sind auf dem Teppich Elefantenspur'n

    Was sind das für Geräusche und wo kommen die her
    Sei so gut, erklär es mir, sonst lieb ich dich nicht mehr
    Der Tiger, der Tiger da, der nervt mich tierisch an
    Sag ihm, er soll schlafen gehn, ich möchte an den Kühlschrank ran

    Laß meinen Affen in Ruh

    Jetzt geh mir mit dem Nilpferd weg
    Ich denk, daß ich bald nichts mehr check
    Wieso ist hier ein Storchennest
    Du glaubst garnicht, wie mich das alles streßt

    Erklär mich doch, was hier vor sich geht
    Oder wenigstens, worum es sich eigentlich dreht
    Aber hör endlich auf, mich anzuschrein
    Und sowieso, nimm deinen Zoo und laß mich allein

    Laß meinen Affen in Ruh

  10. Liedtext anzeigen:
    10Adam und Eva3:45

    Daß Adam und Eva verjagt worden sind
    aus dem Garten Eden, das lernt man als Kind
    doch sie gingen freiwillig in Wirklichkeit
    sie konnten nicht mehr, sie waren es leid
    Eva jobbt im Hotel in der Schweiz
    während er durch obskure Kneipen kreuzt
    sie träumen noch manchmal vom Paradies
    bloß haben sie vergessen, wie die Adresse hieß

    Sie lebten nicht schlecht von der Hand in den Mund
    in Frieden und Freuden und mit einem Hund
    was gut war, war gut und was schlecht war, egal
    keine Decke zu kurz und kein Bett war zu schmal
    ihre Hoffnung war unendlich, ihre Ehe war wild
    sie bekreuzigten sich unterm Marienbild
    sie wußten, sie waren im Paradies
    und es war ganz egal, wie der Vermieter hieß

    Sie genossen ihr Charlie Chaplin Idyll
    sollten Kinder kommen, wenn der Herrgott es will
    es ging aufwärts und abwärts und trotz alledem
    immer weiter und weiter und wurde bequem
    mit Kühlschrank, Toaster und Fernsehgerät
    und Kontoauszügen abends spät
    wenn Adam die Blicke wandern ließ
    sah er die Gitter rund ums Paradies

    Die Versuchung war zehnmal stärker als er
    eine Stimme so süß, Hey komm doch mal her
    wie ein Dieb in der Nacht stieg er über den Zaun
    und so ist er dann noch oft abgehaun
    was er erlebte, man weiß es nicht genau
    ein Hotelbett, ein Vollrausch, irgendeine Frau
    er fühlte sich nackt und stank nach Anis
    wenn er zurückschlich zum Paradies

    Karfreitag Karsamstag der Krieg brach aus
    mittags stellte Eva die Koffer vor's Haus
    was gut war, war nicht mehr gut genug
    und um viertel vor vier ging schon ihr Zug
    und was er schon ein Jahr lang verschwieg
    schrie laut in ihm auf, aber da stieg
    sie schon in's Taxi und er kapierte
    daß man im Paradies nichts verheimlichen kann

    Daß Adam und Eva verjagt worden sind
    aus dem Garten Eden, das lernt man als Kind
    doch sie gingen freiwillig in Wirklichkeit
    sie gingen freiwillig, sie waren es leid
     

  11. Liedtext anzeigen:
    11Hieb5:22


    Tequilla an der Theke
    Stress und Punk mit jedem
    das Pferd vor der Apotheke
    benimmt sich voll daneben
    Tequilla auf dem Boden
    ein neuer ist in Order
    ich fang gleich an zu jodeln

    Gib gib gib gib
    Gib mir den Hieb

    Tequilla viel zu viela
    der Kreislauf wird labila
    die Theke immer länger
    der Ausgang immer enger

    Gib gib gib gib
    Gib mir den Hieb
     

  12. Liedtext anzeigen:
    12Wer mir fehlte3:11

    Ich sah die Würfel fallen
    es war ein Sechserpasch
    ich ließ die Korken knallen
    ließ die Puppen tanzen
    und merkte im Nu
    wer mir fehlte, wer mir fehlte, warst du

    Als die Spritze dann wirkte
    und der Schmerz ließ schon nach
    als ich fast nichts mehr merkte
    das Stück war zu Ende
    der Vorhang ging zu
    wer mir fehlte, wer mir fehlte, warst du

    Ich dachte, was zum Teufel,
    zum Teufel, was willst du noch
    woher kamen die Zweifel
    ich fragte mich, Junge,
    wo drückt der Schuh
    Wer mir fehlte, wer mir fehlte, warst du

    Die Nachtigallen sangen
    unter dem Silbermond
    Elfenchöre erklangen
    ich war pünktlich da
    zum Rendezvous
    Doch wer fehlte, wer fehlte, warst du

  13. Liedtext anzeigen:
    13Silber4:47

    Wenn nur einer so wär, wie sie alle so tun
    fähig zu dem, was er von anderen verlangt
    ich würd ihn begrüssen, wie ein Prinz vor dem Thron
    gäb' ihm mein Silber direkt in die Hand
     

  14. Liedtext anzeigen:
    14Erzähl's dein Frisör3:25

    Du hast wieder Stress mit Inge
    Erzähl's ...
    diesmal geht's um andere Dinge
    Erzähl's
    um die Blumen und die Eckbank
    Erzähl's
    um den neuen Wohnzimmerschrank
    Erzähl's
    die hätte gerne einen purpurrot lackierten
    du hingegen hättest lieber einen schönen antiken

    du sagst, beim Nachbar ein Stock tiefer
    da hängt der Segen immer schiefer
    da hört man komische Geräusche
    Ich glaub nicht, daß ich mich täusche
    wenn ich sage, daß du deine Nase viel zu tief
    in Sachen, die dich garnichts angehen, reinsteckst

    Ja, du kennst ganz berühmte Leute
    und wenn du wolltest, könntest du heute
    mit allen großen Stars der Szene
    ein' trinken gehn, ohne Probleme
    Ich glaube, daß dir garnicht klar ist
    was dein Mund so alles für ein Müll
    den lieben langen Tag fabriziert